
© DFWR/Gastmann; v.l.n.r.: Konrad Mylius, Sven Schulze, Christian Haase, Christophe Hansen, Axel Miske, Gregor Meterc
Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin fand am 15. Jänner 2026 das EU-Symposium des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) statt. Der neu gewählte Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP), Konrad Mylius, betonte die zentrale Bedeutung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in der europäischen Forst- und Holzwirtschaft. Das EU-Symsosium brachte Spitzenvertreterinnen und -vertreter aus der europäischen Politik, den EU-Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission sowie aus der Holzindustrie und Wissenschaft zusammen.

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© DFWR/Gastmann; österreichische Delegation beim EU-Symposium in Berlin
In seinen Begrüßungsworten hob Mylius insbesondere die seit Jahren bewährte Kooperation zwischen Österreich und Deutschland hervor. Trotz personeller Veränderungen auf beiden Seiten bleibt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen FHP und dem DFWR ein zentrales Anliegen. Angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen und zukünftiger gemeinsamer Herausforderungen sie ein koordiniertes Vorgehen des Holzsektors auf europäischer Ebene unerlässlich.
"Zusammenhalt ist in diesen Zeiten eine absolute Notwendigkeit. Gemeinsam gelingt es uns, mit einer Stimme zu sprechen und tragfähige Rahmenbedingungen für die Holzbranche, insbesondere auf europäischer Ebene einzufordern", so Mylius.

© DFWR/Gastmann

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Kritisch äußerte sich Mylius zur zunehmenden Regulierung auf EU-Ebene. Regelwerke wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) seien ein deutliches Beispiel dafür, wie gut gemeinte politische Ziele ohne ausreichende Praxisnähe zu erheblichen Belastungen für nachhaltig wirtschaftende Betriebe führen können. Zugleich verwies er auf die jüngst beschlossenen Anpassungen zur EUDR als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Der beschlossene Aufschub der EUDR-Umsetzung um ein Jahr bringe notwendige Entlastungen und schaffe Planbarkeit für die Betriebe. Entscheidend sei nun eine praxistaugliche und leistbare Umsetzung.
In diesem Zusammenhang lobte Mylius ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit der internationalen Verbände, insbesondere die enge deutsch-österreichische Kooperation zwischen FHP und dem DFWR – sowohl zur EUDR als auch zu weiteren forstlichen Themen.
Abschließend verwies Mylius auf kommende Herausforderungen für den Holzsektor und die europäischen Wälder – insbesondere durch den Klimawandel, geopolitische Entwicklungen sowie weitere europäische Vorhaben wie z.B. die Renewable Energy Directive (RED III) oder die Umsetzung der Renaturierungsverordnung. Umso wichtiger sei eine enge Abstimmung über Ländergrenzen hinweg. Die Forst- und Holzwirtschaft verfüge über enormes Know-how, nachhaltige Lösungen und funktionierende Wertschöpfungsketten, benötige dafür jedoch stabile, verlässliche und praxistaugliche politische Rahmenbedingungen.

