Am 21. März wird weltweit der Internationale Tag des Waldes begangen. Das diesjährige Motto „Wälder und Wirtschaft“ rückt neben den vielfältigen Funktionen unserer Wälder insbesondere die wirtschaftliche Bedeutung von Holz für die Gesellschaft in den Fokus.
Rohstoffsouveränität durch heimisches Holz
Gerade in Zeiten globaler Krisen wird deutlich, wie wertvoll heimische Ressourcen und stabile Wertschöpfungsketten für Europa sind. Holz ist – im Gegensatz zu fossilen Materialien und Energieträgern – in Europa und besonders in Österreich in großen Mengen und in ausgezeichneter Qualität verfügbar. Durch nachhaltige Waldbewirtschaftung wächst der Rohstoff verlässlich nach und verbindet Klimaschutz mit vielfältigen Anwendungen – vom Holzbau über biobasierte Werkstoffe bis zur Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung. Gleichzeitig wird Holz im Inland entlang der Wertschöpfungskette in heimischen Unternehmen zu hochwertigen Holzprodukten, Papier- und Verpackungsmaterialien weiterverarbeitet.
Konrad Mylius, der Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier erklärt: „Holz ist ein strategisch wichtiger Rohstoff für Österreich. Es verbindet Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität. Wenn wir die wirtschaftliche Souveränität Europas stärken wollen, müssen wir jene Ressourcen nutzen, die im eigenen Land nachhaltig verfügbar sind und industriell verarbeitet werden können“.
Industriestrategie Österreich 2035 - Wertschöpfungskette Holz begrüßt die Ziele
Im Jänner 2026 stellte die österreichische Bundesregierung die Industriestrategie Österreich 2035 vor. Sie verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Souveränität Österreichs zu sichern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Bundesregierung formuliert darin einen klaren Anspruch an Resilienz, Innovationskraft und strategische Autonomie in Europa.
Die Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier (FHP) unterstützt diese strategische Ausrichtung und sieht die Unternehmen der Wertschöpfungskette Holz als zentrale Partner bei der Umsetzung – insbesondere in den Bereichen Bioökonomie, Rohstoffsouveränität und industrielle Resilienz. Als Reaktion auf die Industriestrategie Österreich 2035 beziehen die Spitzenvertreter der Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier mit der „FHP-Position zur Industriestrategie Österreich 2035“ Stellung für den österreichischen Holzsektor.
Der FHP-Vorsitzende Konrad Mylius betont „Seit Jahrzehnten entwickelt die Wertschöpfungskette Holz gemeinsam mit der Politik die nachhaltige Rohstoffnutzung und die Bioökonomie weiter. Diese gewachsene Partnerschaft bildet eine solide Grundlage, um auch die Umsetzung der Industriestrategie 2035 aktiv mitzugestalten.“
Holzland Österreich - bestehende Stärken und Flächenwirkung ausbauen
Die Weiterentwicklung des Holzsektors stärkt die industrielle Resilienz und Unabhängigkeit Österreichs. Es gilt den Grundsatz zu verfolgen - bestehende Stärken zu stärken und in der Flächenwirkung auszubauen. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, die
- eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel fördern – etwa über eine angemessene künftige Dotierung des Waldfonds
- international wettbewerbsfähige Energiepreise und eine sichere Energieversorgung gewährleisten – etwa durch die Verlängerung des Standortabsicherungsgesetzes und rasche Umsetzung des Industriestrompreises
- biobasierte Materialinnovationen sowie holzbasierte Lösungen stärker in Forschungs-, Innovations- und Beschaffungsprogramme integrieren.
Europäische Wertschöpfung und industrielle Resilienz
Die Wertschöpfungskette Holz ist tief in europäische Wirtschafts- und Forschungsnetzwerke integriert und zugleich regional in Österreich verankert. Mit Exportquoten von rund 70 Prozent in der Holzindustrie und 87 Prozent in der Papierindustrie sowie einem Außenhandelsüberschuss von rund 4,5 Milliarden Euro trägt der Holzsektor einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität der österreichischen Volkswirtschaft bei. Ein großer Teil der Wertschöpfung und Beschäftigung entsteht in ländlichen Regionen und stärkt dort regionale Betriebe und schafft wirtschaftliche Perspektiven am Land.
Über die Kooperationsplattform Forst Holz Papier
Die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) wurde 2005 gegründet und vernetzt seither als branchenübergreifende Plattform die Akteure der österreichischen Forst-, Holz- und Papierwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz.

