Rohstoff- und Energiesicherung in Österreich

Holz als nachhaltiger Roh- und Werkstoff sowie als Energieträger gewinnt in Österreich und Europa immer mehr an Bedeutung. Österreich verfügt durch seinen hohen Waldanteil und dank großer Holzvorräte über ein beträchtliches Potenzial, das es ermöglicht, Holz vermehrt in seinen vielfältigen Anwendungsbereichen einzusetzen.
Die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) hat deshalb ein Positionspapier verabschiedet, das Forderungen und notwendige Rahmenbedingungen definiert, um die aktive Waldbewirtschaftung aufrecht zu erhalten und das Holzangebot in Österreich zu steigern. Das FHP-Positionspapier "Rohstoff- und Energiesicherung in Österreich" steht Ihnen zum Download bereit:

Gemeinsame Europäische Agrarpolitik

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) ist seit über 15 Jahren die Grundlage für die Gestaltung der Lebens- und Arbeitsumstände der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung und für den Erhalt des ländlichen Raumes. Nur eine mit ausreichenden Instrumenten und Mitteln ausgestattete GAP wird auch weiterhin in der Lage sein, ihre angestammte Grund- bzw. Kernfunktion und die definierten Ziele zu erfüllen. Diese besteht prioritär in der Versorgung der Bevölkerung mit sicheren und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln, mit erneuerbaren Roh- und Werkstoffen und Energie, dem Erhalt und der Pflege der Kulturlandschaft, dem Schutz vor Naturgefahren und der Sicherung angemessener Einkommen der in der Land – und Forstwirtschaft tätigen Personen.
Die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) hat deshalb ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) verabschiedet. Das FHP-Positionspapier " Weiterentwicklung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) " steht hier zum Download bereit:

Multifunktionale Waldbewirtschaftung durch Forderungen nach neuen großflächigen Außer-Nutzung-Stellungen gefährdet

Raiding, 24. Mai 2012, Österreichischer Forstverein, Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) – Insbesondere beim Klimaschutz kommt der vermehrten Nutzung von Holz zum bestmöglichen Ersatz CO2-intensiver Materialien wie Beton und Stahl eine herausragende Bedeutung zu. Um auch den nachfolgenden Generationen die Bereitstellung von Waldprodukten und aller im Forstgesetz verankerten Waldwirkungen, nämlich Nutz-, Schutz,- Wohlfahrts- und Erholungswirkung zu sichern, haben der Österreichische Forstverein und FHP in Form einer schriftlichen Deklaration eindeutig zum Thema Stellung bezogen.
Vermehrt werden in Diskussionen auf europäischer Ebene und auch in Österreich einseitige Forderungen nach Wildniskonzepten und weiteren großflächigen Außer-Nutzung-Stellungen von Wäldern erhoben. Forderungen, die in nicht oder sehr dünn besiedelten Gebieten anderer Kontinente ihre Berechtigung haben. Eine nachhaltige Entwicklung in Europa setzt aber die Berücksichtigung aller ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte voraus. Als Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung wurde im Rahmen der Österreichischen Forsttagung am 24. Mai 2012 die Raidinger Deklaration verabschiedet und von Johannes Wohlmacher (Präsident des Österreichischen Forstvereins) sowie Georg Adam Starhemberg (Vorsitzender FHP) präsentiert.

Alle Waldwirkungen sicherstellen

„Die vielfältigen und stetig wachsenden Ansprüche der Gesellschaft zur Sicherung von Lebensqualität und Wohlstand werden durch eine multifunktionale Bewirtschaftung unserer Wälder erfüllt. Dazu gehören auch die bestehenden Waldschutzgebiete wie z. B. Nationalparks, Biosphärenparke und Naturwaldreservate, deren Bedeutung unbestritten und deren Bestand zu wahren ist. Die Forderung nach Außer-Nutzung-Stellung großer Waldflächen, zu welchem Zweck auch immer, stellt die Fortführung der multifunktionalen und damit umfassend nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Frage. Der Mehrwert gerade in einem Gebirgsland wie Österreich ist nicht ersichtlich“, gibt Wohlmacher zu bedenken.

Heimische Wertschöpfung mit Holz ausbauen

„Die in Österreichs Wäldern geerntete Holzmenge ist Grundlage für die heimischen Holz verarbeitenden Betriebe. Die Wertschöpfungskette Holz bietet 292.000 Menschen in 172.000 Betrieben Einkommen. Durch die Ansiedlung in vorrangig strukturschwachen Gebieten werden Arbeitsplätze für tausende Menschen in den ländlichen Regionen gesichert. Damit wird ein zentraler Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes und für eine nachhaltige, soziale und wirtschaftliche Entwicklung Österreichs erbracht. Eine Verringerung der heimischen, nachhaltigen Holzproduktion durch großflächige Außer-Nutzung-Stellungen würde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Holzindustrie und damit zahlreiche Arbeitsplätze gefährden“, unterstreicht Georg Starhemberg.
In den heimischen Wäldern leben rund zwei Drittel der in Österreich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Mehr als die Hälfte von ihnen sind von der Bewirtschaftung direkt oder indirekt abhängig. Die Waldökosysteme sind durch den Menschen seit Jahrhunderten beeinflusst, regional fragmentiert und überwiegend im Eigentum privater Klein- und Kleinstwaldbesitzer. Daher kann das auf ungestörte Großflächen aufbauende Schutzkonzept der borealen und temperierten Zonen Nordamerikas und Asiens mit Außer-Nutzung-Stellung großer Flächen ausschließlich für Naturschutzzwecke in Österreich nicht angewandt werden. Vielmehr ist unter Berücksichtigung aller Anforderungen an den Wald ein komplexeres Konzept im Rahmen der multifunktionalen Forstwirtschaft umzusetzen, wie dies in Österreich seit Generationen erfolgreich praktiziert wird.
Die Raidinger Deklaration steht hier zum Download zur Verfügung:

zurück nach oben